Die Absorptionsmaschine bei den Norddeutschen Eiswerken

Aus einem Fachbuch von 1910



Wir gehen davon aus, da es sich bei der Prüfung der Absorptionsmaschine um jene handelt, die im Text von W. Goslich 1902 beschrieben wurde.
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Eisherstellung In einer Eisfabrik
Bericht von 1895
Die
Kühlhäuser
Die
Eismaschine
Kühlhaustechnik Schlachthof Berlin
Kühltechnik
Kompressions-
Kältemaschine
Absorptions-
maschine

Durch Verbesserungen des Ingenieur Rud. Habermann, der bei allen Apparaten, welche zur Erwärmung oder Abkühlung dienen, das „Gegenstromprinzip" vorteilhaft durchführte, ist die Absorptionsmaschine wieder eine moderne Maschine geworden, die in den Fällen

Absorptionsmaschine der Halleschen Maschinenfabrik
Absorptionsmaschine der Halleschen Maschinenfabrik im Einsatz bei den Norddeutschen Eiswerken

grosser Leistung und tiefer Temperaturen (-10°) und wenn reichlich Kühlwasser oder eine Kühlvorrichtung zur Wiederbenutzung des Kühlwassers vorhanden sind, zu empfehlen ist.

Diese Habermann´sche Maschine wird von der Halleschen Maschinenfabrik und Eisengiesserei ausgeführt und zeigt in Fig 95 die schematische Darstellung einer solchen Maschine, die in den Norddeutschen Eiswerken zu Berlin im Betriebe ist und deren Prüfung die Gleichwertigkeit mit den neusten Kompressionsmaschinen ergab.

Diese Maschine leistete 97957 Cal. Bei 5 °Sole

und gebrauchte dazu 307,5 kg Dampf (1,84 Atm. Ueb.)
0,345 Pferdekräfte
31862 Liter Wasser (11,4° - 19,5°),



woraus sich ergibt, dass der Kühlverbrauch ein sehr grosser ist, wenn keine Berieselungskondensatoren verwandt werden; durch die Aufstellung letzterer lässt sich dieser Verbrauch bedeutend reduzieren.
Die Oberflächenapparate hatten folgende äussere Rohrflächen:

Kondensator 106 qm
Verdampfer 88qm
Kocher 9qm
Absorber 28qm
Temperaturwechsler 26qm


und übertrugen pro qm Oberflächenapparate

der Tauchkondensator ca. 1000 Cal. Pro Stunde
der Verdampfer ca. 1200 Cal. Pro Stunde


Die spezifische Leistung dieser Kältemaschine beziffert sich auf

pro kg Dampf ca. 310 Cal.
Pro kg Kühlwasser ca. 3 Cal.



Die nachfolgende Tabelle XXIII gibt an, in welchen Dimensionen die Maschinen geliefert werden.

Ein besonderer Vorteil dieser Absorptionsmaschine ist der, das dieselben zur Krystalleis-Erzeugung besonders geeignet sind, weil aus den Ammoniakkesseln vollkommen ölfreies Kondenswasser gewonnen wird; da außerdem der Dampfdruck in den Kesseln nur verhältnismässig niedrig zu sein braucht, lässt sich durch Zwischenschaltung von Verdampfapparaten die Kondenswassermenge beträchtlich vermehren, ohne dass eine Dampfvergeudung eintritt.

*) „Wochenzeitschrift für Brauerei" 1905, No 3, Mitteilung von W. Goslich und
„Zeitschrift für die gesamte Kälteindustrie" 1905, Bericht von G. Gruttke und Rich. Stetefeld.
„Zeitschrift Verlag der Ingenieure" 1905, No 5 Bericht von R. Habermann



Ammoiak Kompressor
Werbeprospekt von Wegelin & Hübner, Abteilung Vaas & Littmann
Ammoniak Absorptions Maschinen

Auch das erste Großkühlhaus Deutschlands, das der Norddeutschen Eiswerke in der Köpenicker Strasse war eine Ammoniak-Absorptions-Maschine und wurde von der Maschinenfabrik Wegelin und Hübner hergestellt.



Kein Abriss der Eisfabrik (geschafft!)

Kein Abriss der Kühlhäuser !!!


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